Borussia Dortmund vor dem FC Bayern

Dortmund büßt an Image ein

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Dortmund büßt an Image ein

28.04.2015 Norman Habenicht

Als die Hamburger Marktforscher von mafo.de vor knapp einem halben Jahr das letzte Markenranking der 18 Fußball-Bundesligisten durchführte, rechnete noch niemand mit dem sagenhaften Absturz von Borussia Dortmund. Vor dem Start in die Saison 2014/15 lag der Vizemeister im Bundesliga BrandFeel unangefochten an der Spitze – mit einigem Abstand erst folgte der amtierende „sportliche“ Meister FC Bayern München auf dem zweiten Rang.

Die gute Nachricht für die Fans der Dortmunder Borussia vorweg: Es hat auch kurz vor dem Start in die Rückrunde wieder zum ersten Platz des Markenrankings gereicht. Die Schwarz-Gelben verzeichneten aufgrund der sportlich desolaten Hinrunde die größten Verluste (-0,5) ihres nach wie vor hervorragenden Images und liegen nur noch hauchdünn vor dem großen Rivalen aus München. Der BVB liegt bei den Imagewerten aber dennoch nach wie vor an der Spitze ist für eine Vielzahl der Befragten „genau das Richtige“. Dieses Faustpfand hat sich die findige Marketingabteilung des Vereins mit der Kampagne „Echte Liebe“ längst zu einem Markenzeichen und geflügelten Wort gemacht. Header Borussia Dortmund

Mit dem zweiten Platz werden sich die erfolgsverwöhnten Bayern aus München beim Markenranking abfinden müssen. Wie zu erwarten war, spielt der Rekordmeister natürlich auch hier in vielen ganz wichtigen Kategorien (Qualität, Tradition, Marktführung) ganz klar die erste Geige. Doch wo viel Erfolg zuhause ist, gibt es auch immer wieder Gegenwind. In der aktuellen Studie spiegelt sich diese Tatsache in den niedrigsten Sympathiewerten aller Bundesligisten wider – des Weiteren erzielt der FC Bayern München die niedrigsten Werte bei Ehrlichkeit und Natürlichkeit.

Auf einer Woge der Begeisterung und Euphorie reitet zurzeit der FC Augsburg. Die Mannschaft von Markus Weinzierl hat sich in sportlicher Hinsicht mit einem nie erträumten sechsten Tabellenplatz für die grandiose Hinrunde belohnt. Das BrandFeel Ranking setzt sogar noch einen drauf und führt die Überraschungsmannschaft der Stunde sogar auf Platz 3!

Diese Leistung ist umso höher einzustufen, wenn man bedenkt, dass die Schwaben von allen Bundesligisten am unbekanntesten sind – obwohl sie nun schon ihre vierte Saison in Deutschlands höchster Spielklasse bestreiten. Der FCA wirkt auf die Befragten aber in höchstem Maße sympathisch, ehrlich und unkompliziert – Attribute, die auch Sportdirektor Stefan Reuter und Trainer Weinzierl abseits des Geschehens auf dem Rasen in die Wohnzimmer transportieren bei ihren öffentlichen Auftritten.

Mit ähnlich hohen Sympathiewerten kann der SC Paderborn punkten. Der Aufsteiger wirkt darüber hinaus sehr dynamisch und wird als etwas Besonderes in der Liga betrachtet – Platz 5 für den Verein aus Ostwestfalen.

Etwas erholt hat sich der Hamburger SV. Sieben Plätze klettert der Bundesliga-Dino im Vergleich zum Saisonstart nach oben und rangiert im BrandFeel Ranking aktuell auf acht. In Puncto Tradition liegt der HSV gleichauf mit dem FC Bayern an der Spitze, doch die häufig auftretenden Negativmeldungen der vergangenen Jahre in den Medien haben die Befragten noch nicht vergessen. Dadurch wirkt der Klub kompliziert und wird seinem eigenen Qualitätsanspruch nicht gerecht.

Doch wie sieht es eigentlich bei Bayern-Jäger Nummer 1 aus? In der Liga läuft es für den VfL Wolfsburg rund wie seit dem Meistertitel 2009 nicht mehr und das macht sich auch im Ranking bemerkbar. Hier ist der Werksklub von Platz 16 auf den Zwölften geklettert, was die Niedersachsen der – durch nationale und internationale Erfolge – gestiegenen Bekanntheit und dem modernen Auftreten zu verdanken haben.

Das Tabellen-Schlusslicht ist wie schon im Sommer Eintracht Frankfurt. Angesichts der langen Tradition des Vereins und des durchaus erfolgreichen und schön anzusehenden Offensiv-Fußballs, den der neue Trainer Thomas Schaaf spielen lässt, sicherlich eine Überraschung, denn der Gesamtscore hat sich noch einmal etwas verschlechtert. Die Befragten kritisieren vor allem die fehlende Einzigartigkeit und Dynamik – darüber hinaus wirkt der Verein auf viele der Befragten nicht sehr sympathisch und ist angesichts der langen Ligazugehörigkeit erstaunlich unbekannt.